Storz 2.0
Eigentlich wollte ich eine Reisenotiz über den Max Goldt Blog schreiben, verlor mich aber auf der Suche danach im weltweiten Datennetz und dachte zum Schluss und metaphorisch kurz hinter Turkmenistan, der Storz ist ebenfalls lustig, wenn er sich Mühe gibt und schreiben tut der auch. Ok, jetzt twittert der lieber als sich mal hinzusetzen und mehr als 3 Zeilen zu bloggen, aber 160 Zeichen sind halt auch schneller erreicht. Ach was gehen wir mit der Zeit und diese uns ziemlich auf den Nerv, wenn ein ständiges Vibrieren in der Hose keine neue erotische Erfahrung verspricht, sondern das Zeitalter fehlgeleiteter Kurznachrichten aus Irland, Korea oder Wanneeikel einläutet. Twitter machts möglich, dass uns künftig Viagrawerbung und Penisverlängerungen auch unterwegs erreichen, kann ja je nach Situation durchaus angebracht sein, daran erinnert zu werden. Die vorrangige Marktlücke wäre allerdings, wenn man sich bei dem TV-Sender seines Vertrauens anmeldet und diesem per Twitter mitteilt, dass man gerade gelangweilt auf die schwarze Mattscheibe seines Röhrenfernsehers schaut. Spontan könnte man dann die SMS erhalten: Serie im Anmarsch, 4400 Gründe, den Fernsehen jetzt einzuschalten, gute Unterhaltung. Ihr Pro7 oder so. Das wäre dem Storz sicher einen Blogeintrag oder mindestens eine Follow-Mail an die wachsende Twitter-Fan-Gemeinde wert. Alternativ könnte sich auch der DVD-Dealer melden und die Schwarzpressung aus Fernost für den halben Preis der Schwarzpressung des Schnittassistenten der Produktionsfirma aus den USA anbieten... unerschöpfliche Möglichkeiten in einem unerschöpflichen Raum aus Zeit und Entertainment, solange man nicht vor die Tür geht und den Stotz live erlebt, beim Lesen seiner neuesten, abendfüllenden Kurzmitteilung.
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